Video Türsprechanlage

Video Türsprechanlagen sind eine Alternative zu herkömmlichen Türsprechanlagen. Sie zeigen, wer vor der Tür steht, ohne diese öffnen zu müssen. Damit erhöhen sie die Sicherheit und den Komfort der Bewohner.

Herkömmliche Türsprechsysteme gehören in Eigenheimen und besonders Mehrfamilienhäusern oft zur Standardausstattung. Anders verhält es sich mit Video Türsprechanlagen, obwohl diese die Sicherheit zusätzlich erhöhen. Sie senden direkt nach dem Klingeln ein Bild des Besuchers an das Display der Gegensprechanlage in der Wohnung. Die Bewohner können damit direkt sehen, wer sie besuchen will und entscheiden, ob sie die Tür öffnen.

Während die Kamera zwar das wichtigste Element und deren Qualität nicht unwichtig ist, sind Full-HD-Modelle nicht notwendig. Der Grund ist die geringe Distanz zwischen Kamera und Besucher: Bereits eine relativ geringe Auflösung reicht aus, um klar darzustellen, wer vor der Tür steht. Wichtig ist vor allem, dass die Kamera gut geschützt ist. Sowohl vor den Witterungsverhältnissen wie Regen oder Frost, als auch vor mutwilligen Beschädigungen. Daher wird statt einer Glasabdeckung meist eher starkes Plastik oder Plexiglas verwendet.

Um auch nachts den Eingangsbereich zu überwachen, benötigen die Kameras eine zusätzliche Lichtquelle. In vielen Fällen genügt eine Außenbeleuchtung direkt vor der Tür. Einige Video Türsprechanlagen verfügen jedoch auch über einen sogenannten Nachtsichtmodus. Dabei beleuchten Infrarot-LED-Lampen das Sichtfeld, was der Kamera als Lichtquelle genügt, um ein Bild des Besuchers zu übertragen.

Die exakten Kosten einer Video Türsprechanlage zum Nachrüsten richten sich nach der Ausstattung des Modells und der Bildschirmgröße für das Display im Haus oder der Wohnung. Hinzu kommen die Kosten für den Einbau.

Funktionsweise einer Video Türsprechanlage

Die Kamera der Video Türsprechanlage ist direkt über dem Sprechfeld der Gegensprechanlage angebracht. Darunter befindet sich die Klingel. Wird die Klingel gedrückt, aktiviert sich automatisch die Videokamera. Diese nimmt das Bild auf und sendet es an den Bildschirm in der Wohnung. So lässt sich direkt sehen, wer vor der Tür steht.

Ohne Strom funktioniert allerdings weder die Türsprechanlage noch die Kamera bzw. die Videoübertragung. Normalerweise werden 2-Draht-Systeme installiert, die kompatibel zu bereits vorhandenen Leitungen für die normale Türsprechanlage sind.

Darüber hinaus lassen sich Video Türsprechanlagen auch über eine IP-Netzwerkstruktur anbinden. Anders als beim 2-Draht-System wird die Anlage über WLAN oder ein Netzwerkkabel mit dem Internet verbunden. Die Video- und Klingelsignale werden dann direkt über das Netzwerkkabel oder WLAN per Internet gesendet. Neue Modelle lassen sich außerdem über eine App mit handelsüblichen Smartphones oder Tablets steuern. Dort wird das Videobild von der Außenkamera dann direkt auf das Handy oder das Tablet übertragen.

Einbau einer Video Türsprechanlage

Video Türsprechanlagen lassen sich nicht nur direkt bei einem Hausneubau installieren, sondern können auch nachgerüstet werden. Zwar gibt es Systeme, die der Verbraucher selbst installieren kann. Der Einbau durch einen Fachmann ist aber ratsam.

Als Stromversorgung kann in den meisten Fällen die bestehende Leitung einer normalen Türsprechanlage genutzt werden. In vielen Mietshäusern ist eine 2-Draht-Klingelleitung vorinstalliert. Diese 2-Draht-Verbindung genügt, um auch eine Video Türsprechanlage mit Strom zu versorgen, sowie Ton und Video zu übertragen. Auch das Öffnen der Tür läuft über diese Verbindung.

Der Einbau einer Video Türsprechanlage via IP-Netzwerkstruktur setzt eine Internetverbindung voraus. Ist diese vorhanden, muss nur noch eine Software auf den Computer aufgespielt werden und die Anlage entsprechend verbunden werden.

Für wen eignet sich eine Video Türsprechanlage?

Video Türsprechanlagen sind eine Alternative zu herkömmlichen Türsprechanlagen und eignen sich für alle Eigenheimbesitzer. Die Anlage nimmt nach dem Klingeln automatisch ein Bild auf und überträgt es auf das Display in der Wohnung. Die Bewohner sehen so direkt, wer sie besuchen will.

Eine Übersicht über die Vorteile und was es zu beachten gilt:

Vorteile
  • Höhere Sicherheit der Bewohner: sie sehen, wer geklingelt hat und mit den Bewohnern sprechen möchte.
  • Bei manchen Anlagen (meist teurere Modelle) verfügt die Kamera über eine Video-Aufzeichnungsfunktion.
  • IT-Netzwerkstruktur-basierte Video Türsprechanlagen lassen sich über spezielle Apps über Smartphone und Tablet steuern.
Zu beachten
  • Eine Video Türsprechanlage sollte vom Fachmann geplant und eingebaut werden, um die optimale Funktionsweise zu gewährleisten
  • Video Türsprechanlagen, die per Funk arbeiten, sind störanfälliger und weniger zuverlässig als 2-Draht-Modelle.
  • Bei Anlagen, die auf einer IP-Netzwerkstruktur basieren, sollte auf eine verschlüsselte Übertragung der Daten geachtet werden.
EXPERTENRAT
Portrait von Markus Kirchhoff, Elektrotechniker
Markus KirchhoffElektrotechniker

"Eine Video Türsprechanlage ergänzt die bekannten Türsprechanlagen um eine automatische Videofunktion. Diese erhöht die Sicherheit ebenso wie den Komfort: Die Bewohner können auf einem Bildschirm an der Gegensprechanlage in der Wohnung direkt sehen, wer klingelt. Anlagen mit Videofunktion sind in den letzten Jahren deutlich günstiger geworden und mittlerweile ab knapp 150 Euro ohne Einbau erhältlich. Damit ist die Nachrüstung eines solchen Systems keine große Investition mehr.

Eine Video Türsprechanlage, die rein auf Funksignale setzt, ist nicht uneingeschränkt zu empfehlen. Erfahrungsgemäß sind diese Systeme störanfälliger gegenüber Anlagen mit einer festen Verbindung. Da sich meistens die vorhandenen 2-Draht-Leitungen der normalen Türsprechanlage nutzen lassen, ist eine Funk-Lösung auch selten wirklich notwendig. Moderne Video Türsprechanlagen, die mit einer IP-Netzwerkstruktur arbeiten, lassen sich ebenso problemlos einbauen wie 2-Draht-Lösungen. Sie haben den Vorteil, dass sie sich dank Apps auch über Tablet und Smartphone bedienen lassen.

Generell empfehlen wir, die Installation einem Fachmann zu überlassen. Er stellt den korrekten Anschluss sowie die optimale Funktionsweise der Anlage sicher. "


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