Überspannungsschutz

Überspannungsschutz sorgt dafür, dass an das Stromnetz angeschlossene Geräte und Anlagen bei zu hohen auftretenden Spannungen nicht beschädigt werden. Solche hohen elektrischen Spannungen können etwa durch Blitzeinschlag oder elektrostatische Entladungen auftreten. Geräte, die nicht durch einen Überspannungsschutz gesichert sind, können in einem solchen Fall beschädigt oder zerstört werden.

Ein Überspannungsschutz sichert sämtliche elektrischen Geräte im angeschlossenen Stromkreis ab, damit diese nicht durch Blitzschlag oder elektromagnetische Entladungen beschädigt werden. Ein solcher Überspannungsschutz kann sowohl für den gesamten Stromkreis – und damit für alle angeschlossenen Geräte –, als auch individuell für einzelne Geräte erfolgen. Durch entsprechende Mehrfachsteckdosen mit integriertem Überspannungsschutz können zum Beispiel alle Geräte am IT-Arbeitsplatz im Heimbüro gesichert werden.

Für Hauseigentümer empfiehlt es sich, die elektrischen Anlagen und Geräte durchzugehen und zu überlegen, ob ein System besonders gefährdet ist. Dazu gehören beispielsweise Außenantennen, lange Datenleitungen und Leitungen in der Nähe von Einrichtungen zur Energieübertragung. Bei besonders teuren Geräten überwiegt die durch einen Überspannungsschutz erlangte Sicherheit meist deutlich den Anschaffungs- und Installationsaufwand.

Wichtig ist, das so genannte Schutzkreis-Prinzip zu beachten: der Bereich innerhalb eines gedanklichen Schutzkreises muss komplett gesichert sein. Denn ein Überspannungsschutz ist nur dann wirksam, wenn alle Zugänge zum System gesichert sind.

Am häufigsten treten Defekte durch Überspannung nach Blitzeinschlägen auf: Laut Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) steigt die Zahl der Blitzeinschläge seit Jahren. Gleichzeitig hat sich die Anzahl der elektronischen Geräte vervielfacht. Insgesamt entstehen in Deutschland jedes Jahr Schäden in Millionenhöhe, die durch wirksamen Überspannungsschutz hätten vermieden werden können.

Funktionsweise eines Überspannungsschutzes

Sobald eine sogenannte Spannungsspitze (ein Hochspannungsimpuls bis zu 6 kV) auftritt, wird diese über den Überspannungsschutz direkt an den Erdungsleiter Nullleiter des Stromkreises abgeleitet. Bei Ableitung einer solchen mittleren Energiemenge bleibt die Funktion des Überspannungsschutzes vollständig erhalten.

Wird eine höhere Energiemenge abgeleitet, tritt am Schaltbauteil (Varistor, VDR) eine Temperaturerhöhung auf. Im Normalbetrieb ist der Widerstand eines Varistors sehr groß, während bei Überspannung der Widerstand fast verzögerungsfrei sehr klein wird und Ladung ableitet. Dadurch sind Schaltkästen ebenso wie Datenleitungen oder Antennen geschützt.

Einbau von Überspannungsschutzgeräten

Der Überspannungsschutz wird parallel an den zu schützenden Stromkreislauf angeschlossen. Idealerweise sichert ein Hauseigentümer direkt beim Bau den gesamten Stromkreislauf inklusive des Schaltkastens, aller Geräte, Datenleitungen etc. ab.

Altbauten lassen sich mit Überspannungsschutz nachrüsten, gegebenenfalls ist hier allerdings die Sicherung einzelner Komponenten sinnvoller als ein Überspannungsschutz aller Geräte. Für den so genannten Endgeräteschutz werden meistens Einzelstecker oder Mehrfach-Steckdosenleisten mit integrierter Schutz-Schaltung verwendet.

Für einen sachgerechten Einbau des Überspannungsschutzes ist es empfehlenswert, einen Elektrofachmann zu konsultieren. Dieser kann auch den Überspannungsschutz des gesamten Hauses entsprechend der Bedürfnisse der Eigentümer planen. Die Kosten sind im Normalfall überschaubar: Einzelne Überspannungsschutz-Schalter kosten ab 60 Euro. Hinzu kommen die Kosten für den Einbau durch den Fachmann.

Ist Überspannungsschutz ratsam?

Ein Überspannungsschutz sichert elektrische und elektronische Geräte vor zu hoher Spannung, die diese zerstören oder beschädigen würde. Dazu gehören etwa ein Blitzeinschlag ebenso wie elektrostatische Aufladung oder Spannungsbögen bei Photovoltaik-Anlagen.

Eine Übersicht über die Vorteile und was es zu beachten gilt:

Vorteile
  • Schutz aller Schaltkästen, Geräte, Leistung und Systeme vor Überspannung
  • Vermeidung von Kosten für die Gerätereparatur bzw. Anschaffung neuer Geräte
  • Einzelne Endgeräte können individuell durch Zwischenstecker oder Steckdosenleisten mit integriertem Überspannungsschutz gesichert werden
Zu beachten
  • Ein sachgerechter Einbau vom Elektrofachmann ist zu empfehlen. Die Kosten rentieren sich meisten schon ab einem einzigen verhinderten Ausfall durch Überspannung.
  • Versicherungen zahlen durch einen Blitzeinschlag oder einer elektrostatische Aufladung zerstörte Geräte meist nicht.
EXPERTENRAT
Heinz-Günter HüskeElektrotechniker

"Überspannungsschutz im Haus oder der Wohnung sichert Geräte, Leitungen und Antennen ab. Die Anzahl der elektronischen Geräte und Systeme ist in den letzten Jahren stark gestiegen und damit auch die Zahl der Schäden durch Überspannung. Ein vom Elektrofachmann eingebauter Überspannungsschutz hilft, diese Schäden zu verhindern. Die Kosten für die unterschiedlichen Schutzstufen variieren: So kostet Schutzstufe 1 circa 880 Euro, Schutzstufe 2 ist im Gerät für die 1. Stufe enthalten. Die Schutzstufe 3 liegt bei weiteren 100 Euro pro Gerät. Hinzu kommen die Kosten für den fachgerechnet Einbau. 

Um wirklich abgesichert zu sein, sollten Hauseigentümer ein mehrstufiges Schutzsystem einbauen: 

  • Schutzstufe 1: Leistungsstarker Blitzstromableiter
  • Schutzstufe 2: Überspannungsschutz (sollte in keiner Stromversorgung fehlen)
  • Schutzstufe 3: Überspannungsschutz für empfindliche Geräte (beispielsweise Router, Netzwerk, Telefon oder Fernseher)

Die genaue Planung und den Einbau sollte ein Fachmann übernehmen. Dieser überprüft auch die einwandfreie Funktion des Überspannungsschutzes."


Fachbetrieb finden

Finden Sie jetzt einen Fachbetrieb in Ihrer Nähe.