Blitzschutzanlage

Gewitter können teuer werden: Schlägt ein Blitz ins Gebäude oder in einiger Entfernung ein, kommt es oft zu einer gefährlichen Überspannung im Stromnetz – dadurch können elektronische Geräte beschädigt oder sogar zerstört werden. Denn Blitzeinschläge erzeugen ein starkes elektrisches und magnetisches Feld – kurzzeitig können mehrere tausend Volt auf einer Leitung liegen.

Blitzschutzanlagen sind für die meisten Wohnhäuser in Deutschland zwar keine Pflicht, der Einbau lohnt sich aber dennoch. Denn in bundesdeutschen Haushalten stehen immer mehr und immer teurere Geräte. Laut aktueller Versicherungsstatistik liegen die Kosten pro Schadensfall durch Blitzeinschlag im Schnitt bei rund 660 Euro.

Ein optimaler Blitzschutz besteht in der Regel aus mehreren Einzelkomponenten, die individuell auf die Wohnsituation abgestimmt werden. Ein Fachbetrieb  berät Sie, wie Sie Ihr Eigentum optimal vor Überspannungsschäden schützen.

Deshalb ist eine Blitzschutzanlage sinnvoll

Eine Blitzschutzanlage schützt elektronische Geräte vor Überspannungsschäden und kann gefährliche Kabelbrände verhindern. Selbst kurze Spannungsspitzen reichen oft aus, um empfindliche Elektronik wie Fernseher oder PC zu zerstören.

Was leistet eine Blitzschutzanlage?

Viele Versicherungen erstatten Gewitter-Schäden nur dann, wenn eine funktionstüchtige Blitzschutzanlage installiert ist. Schlägt der Blitz in ein Haus ein, wird der Schaden am Gebäude durch die Gebäudeversicherung reguliert. Bei Überspannungsschäden kommt die Gebäudeversicherung nur dann für den Schaden auf, wenn der Blitz direkt in das Gebäude oder Grundstück einschlägt. Alle anderen Überspannungsschäden werden nur ersetzt, wenn die Gebäude- bzw. Hausratversicherung eine entsprechende Überspannungs-Klausel enthält. 

Wann brauche ich eine Blitzschutzanlage?

Für Ein- und Zweifamilienhäuser gibt es keine gesetzliche Pflicht, eine Blitzschutzanlage zu installieren. Die Installation ist aber allemal sinnvoll, um Überspannungsschäden zu vermeiden. Blitzschutz ist ein Muss, wenn ein Gebäude die Umgebung deutlich überragt oder wenn im Dachbereich leicht entflammbare Materialien verarbeitet wurden.

Welche Möglichkeiten des Blitzschutzes habe ich?

Ein optimaler Blitzschutz sollte innen und außen installiert werden. Der äußere Blitzschutz fängt den Blitz ein und leitet ihn ins Erdreich. Der innere Blitzschutz sorgt dafür, dass es nicht zu gefährlichen Spannungsunterschieden im Gebäude kommt, durch die zum Beispiel elektrische Geräte beschädigt oder Brände verursacht werden können.

Gebäudeart

  • Haus: Hauseigentümer können sich einen maßgeschneiderten Blitzschutz installieren lassen. Ein Fachbetrieb ermittelt, wie ein optimaler Rundumschutz alle elektronischen Anlagen mit einbezieht.
  • Mietwohnung: An Miethäusern ist ein Blitzschutz nur Pflicht, wenn das Gebäude höher als 20 Meter ist. Ob ein Mietshaus einen entsprechenden Schutz hat, lässt sich leicht überprüfen:  Entweder läuft am Dachfirst entlang ein Draht, oder von einer am Kamin angebrachten Stange läuft ein Draht von außen zum Boden.

Äußerer Blitzschutz

Der äußere Blitzschutz besteht aus einem Draht aus Aluminium oder Stahl, der außen am Haus entlang vom Dach bis ins Erdreich führt. Schlägt ein Blitz ein, wird die Spannung abgeleitet. Der Blitzschutz sollte sämtliche Anlagen auf dem Dach wie Satellitenschüsseln oder Photovoltaik-Anlagen mit einbeziehen. 

Innerer Blitzschutz

Der innere Blitzschutz ist wichtig, um empfindliche elektrische Geräte wie Fernseher und Computer zu schützen. Denn Überspannungsschäden oder Kabelbrände lassen sich allein durch den äußeren Blitzschutz nicht ausschließen. Schlägt ein Blitz ein, springt die Spannung auf Strom- oder Telefonleitungen über. Wirksamen Schutz bietet ein dreistufiger innerer Blitzschutz: Dieser besteht aus Sicherungen, die am Hausverteiler, den Unterverteilern und an den einzelnen Steckdosen installiert sind.

Durch die hintereinandergeschalteten Schutzmechanismen wird die Überspannung des Blitzeinschlags immer weiter verringert. Lassen Sie sich vom Fachbetrieb beraten, wie hoch die direkte Blitzgefährdung für das Gebäude ist und welche Schutzklassen nötig sind.

Blitzschutzklassen

  • Schutzklasse B: In Verteileranlagen sollte ein Überspannungsschutz der Klasse B eingebaut sein. Ein großer Teil der Überspannung, die ins Haus gelangt, wird so wieder zur Erde abgeleitet.
  • Schutzklasse C: Auch wenn ein Schutzklasse B-Überspannungsschutz vorhanden ist, gelangt immer noch Überspannung in das Stromnetz. Schutzgeräte der Klasse C in den Etagenverteilern reduzieren die Überspannung noch einmal deutlich.
  • Schutzklasse D: Um sensible oder teure elektrische Geräte wie Fernseher, Computer und HiFi-Anlagen optimal zu schützen, sind weitere Schutzgeräte der Klasse D unter anderem an Steckdosen empfehlenswert. 

Was kostet eine Blitzschutzanlage?

Für einen wirksamen Blitzschutz liegen die Kosten oft bei unter einem Prozent des Hauswerts. Wer neu baut, sollte den Blitzschutz gleich mit einplanen – das ist in den meisten Fällen günstiger, als ein nachträglicher Einbau. Die Kosten für eine innere Blitzschutzanlage können beispielsweise für ein Einfamilienhaus im Schnitt zwischen 800 und 1000 Euro betragen.

Fakt: Schlägt der Blitz ein, kann es teuer werden. Überspannung oder Feuer können Schäden am Gebäude und an technischen Geräte wie Fernseher oder Telefonanlagen verursachen. Wobei eine Feuerversicherung in der Regel nur für Schäden aufkommt, die durch direkten Blitzeinschlag verursacht wurden. Indirekte Blitzschäden, die Kurzschluss- und Überspannungsschäden verursachen, sind dabei in der Regel nicht mit eingeschlossen. 

Fakt: Hausbesitzer sollten darauf achten, ihre Blitzschutzanlage alle fünf Jahre von einem Fachbetrieb warten und prüfen zu lassen.

VORTEILE
  • Schutz vor Kabelbränden durch gefährliche Überspannung
  • Installationskosten rechnen sich – denn im Schadensfall wird teure Elektronik zerstört
  • Fachbetriebe installieren maßgeschneiderte Lösungen – genau das, was Sie als Schutz brauchen