Kontrollierte Wohnraumlüftung

Hauseigentümer können durch die geräuschlos arbeitende kontrollierte Wohnraumlüftung (KWL) ihre Energiekosten senken und ihre Luftqualität steigern. Darüber hinaus profitieren Nutzer einer KWL von geringerer Lärmbelästigung durch außenliegende Störquellen, da die Fenster des Hauses nicht mehr zum Lüften geöffnet werden müssen.

Kontrollierte Wohnraumlüftungen stellen für viele Hausbesitzer eine lohnenswerte Investition dar. Insbesondere Eigentümer eines Niedrigenergiehauses profitieren mit einer KWL von einer effektiven Senkung ihres Energieverbrauchs. Bei Passivhäusern ist kontrollierte Wohnraumlüftung sogar obligatorisch.

Die verbrauchte Luft wird beim Prinzip der KWL über einen Wärmetauscher geleitet, die Wärme der Abluft anschließend an die frische Zuluft übertragen. Ein eingebauter Filter reinigt die Luft dabei von Keimen, Schadstoffen und Staub. Das Öffnen der Fenster ist für die Be- und Entlüftung des Gebäudes nicht mehr notwendig, was den Lärmpegel insbesondere in Ballungsräumen und Gebieten mit hohem Lärmaufkommen stark eindämmt. Darüber hinaus wird das Risiko von Schimmelbildung im Wohnraum durch den konstanten Luftaustausch deutlich reduziert.

Die Installation einer kontrollierten Wohnraumlüftung kann nur durch einen Fachmann erfolgen. Zur Planung und Machbarkeitsprüfung ist eine Besichtigung des Objekts durch den Fachmann notwendig. Nur so kann eine passende und damit auch effiziente und preisgünstige Anlage realisiert werden.

Funktionsweise einer kontrollierten Wohnraumlüftung

Kontrollierte Wohnraumlüftungen müssen in der Lage sein, etwa 30 m³ Luftmenge pro Person und Stunde auszutauschen. Um dies zu bewerkstelligen, können KWL nach zwei Arten aufgebaut werden: zentral und dezentral. Zentrale Anlagen stellen die erste Wahl beim Neubau dar. Sie ermöglichen die Nutzung der KWL im gesamten Gebäude. Dezentrale Anlagen kommen hingegen bei der Be- und Entlüftung einzelner Räume zum Einsatz.

Zentrale KWL-Anlagen haben zwei Luft-Auslässe (Fortluft wird nach außen geführt, Zuluft wird den Wohnräumen zugeführt) und zwei Einlässe (Frische Luft wird von außen zugeführt, Abluft wird aus den Wohnräumen abgesaugt). Die Übertragung der Wärmeenergie findet durch einen zentralen Wärmetauscher und ggf. eine zusätzliche Wärmepumpe statt. Dezentrale Anlagen transferieren die Energie mit einem kleinen Wärmeübertrager oder mit einem Regenerator individuell für jeden Raum.

Das Grundprinzip beider KWL-Anlagen ist nahezu identisch: Die mit Feuchtigkeit angereicherte und verbrauchte Abluft wird abgesaugt und zum Wohnraumentlüftungsgerät geführt. Dieses überträgt in der Heizperiode die Wärme der abgesaugten Luft auf die von außen gewonnene, kalte Frischluft. (Im Sommer wird die warme Sommerluft durch die kühlere Innenlufttemperatur vorgekühlt.)

Bis zu 85 Prozent der Abluftwärme können durch dieses Verfahren ohne Vermischung der Luftströme zurückgewonnen werden – was die benötigte Heizenergie deutlich reduziert. Durch Filterung der Frischluft wird verhindert, dass sich Schadstoffe, Pollen und Staub im Gebäude verteilen.

Die im Wohnraumlüftungsgerät erwärmte Frischluft (Zuluft) wird anschließend über ein Verteilersystem in die Gebäuderäume eingeleitet.

Installation kontrollierter Wohnraumbelüftungsanlagen

Kontrollierte Wohnraumlüftungen sollten nur von Fachleuten installiert werden. Der Einbau- und Kostenaufwand variiert je nach Eignung des Gebäudes und benötigter Leistungsfähigkeit der Anlage. Eine professionelle Planung der Wohnraumlüftungsanlage ist daher unerlässlich. Bauliche Eigenschaften und die gewählte Anlagenart bedingen zudem unterschiedliche Vorgehensweisen bei der Installation.

Neben der Installation der Geräte stellt vor allem die notwendige Verlegung von Lüftungsrohren im Mauerwerk oft die größte planerische wie finanzielle Herausforderung dar. Ist der notwendige Eingriff in bestehendes Mauerwerk für die Realisierung einer zentralen kontrollierten Wohnraumlüftung zu groß, empfiehlt sich eine dezentrale Lösung. So können die wichtigsten Wohnräume individuell mit einer KWL ausgestattet werden.

Energie und Kosten sparen mit kontrollierter Wohnraumlüftung

Die Investitionskosten einer kontrollierten Wohnraumlüftung variieren je nach Größe und Auslegung der Anlage stark. Hinzu kommen die ggf. notwendigen baulichen Eingriffe und die Arbeitszeit.

Bei einer zentralen Wohnraumlüftung muss bei einer Beispiel-Wohnfläche von 120 m² mit Kosten ab 4.500 Euro zzgl. Umbau-Aufwand gerechnet werden. Wenn zusätzlich ein Wärmetauscher installiert werden soll, steigt der Investitionsaufwand auf 7.500 Euro. Wann sich die Anlage amortisiert, hängt von der Größenordnung der bisherigen Heizkosten ab. Üblicherweise stellen kontrollierte Wohnraumlüftungen dank der sehr hohen Lebensdauer in den meisten Fällen eine gute Investition dar. Zur genauen individuellen Berechnung der Effizienz und Ökonomie einer KWL-Anlage sollte in jedem Fall ein Fachmann hinzugezogen werden.

Für wen ist eine kontrollierte Wohnraumlüftung geeignet?

Eine kontrollierte Wohnraumlüftung eignet sich für alle Hausbesitzer, die ihre Energiekosten senken und das Raumklima durch saubere, schadstofffreie Luft verbessern möchten. In Gebieten mit hohem Lärmaufkommen kann durch eine KWL eine deutliche Reduktion der Lärmbelästigung von außen erreicht werden. 

Vorteile
  • Geringer Lüftungswärmeverlust: Die Wärmerückgewinnung sorgt dafür, dass Außenluft durch die Abluft im Winter vorgeheizt und im Sommer vorgekühlt wird.
  • Saubere Luft: Filterung der eingespeisten Außenluft durch Filter (Feinstaub, Pollen etc.)
  • stark geminderte Gefahr von Schimmelbildung im Wohnraum
  • Allergiker freundlich: gehemmtes Hausstaubmilbenwachstum
  • Schallschutz: Fenster können bei Außenlärmbelastung geschlossen bleiben – ohne Reduktion der Frischluftversorgung.
  • Angenehmes Raumklima auch im Sommer: Leichte Absenkung der Raumtemperatur sowie Entfeuchtung der Zuluft
Zu Beachten
  • Abhängig von baulichen Gegebenheiten ist eine KWL nicht bei allen Objekten ökonomisch sinnvoll
  • Ggf. sind starke Eingriffe in die Bausubstanz notwendig
EXPERTENRAT
Portrait von Stefan Schröder, Elektrotechniker
Stefan SchröderElektroinstallateurmeister & Sachverständiger "Energieeffizientes Bauen"

"Bei Passivhäusern ist eine kontrollierte Wohnraumlüftung vorgeschrieben. Nur damit wird das Haus als Passivhaus abgenommen. Ein Niedrigenergiehaus muss nicht mit einer kontrollierten Wohnraumlüftung ausgestattet sein, profitiert aber davon. Die verbrauchte Luft wird über einen Wärmetauscher geleitet, die Wärme dieser Abluft wird auf die frisch zugeführte Zuluft übertragen.

Hauseigentümer sollten sich darüber im Klaren sein, dass die kontrollierte Wohnraumlüftung keine Klimaanlage ist. Bei der Wohnraumlüftung geht es darum, hygienische Frischluft in die Wohnräume zu leiten. Da die Luft gefiltert ist, kommen Straßenstaub oder Pollen nicht in die Räume. Daher eignet sich die Wohnraumlüftung auch sehr gut für Allergiker.

Auch beim Energiesparen unterstützt sie: Da die in der Abluft enthaltene Wärme an die Frischluft abgegeben wird, benötigt der Hauseigentümer weniger Energie, um die Luft aufzuheizen."


Fachbetrieb finden

Finden Sie jetzt einen Fachbetrieb in Ihrer Nähe.