Photovoltaik-Anlage

Hauseigentümer können mit einer Photovoltaik-Anlage einen Teil ihrer benötigten Energie selbst produzieren und von staatlicher Förderung profitieren. Die Anlagen sind robust sowie wartungsarm und müssen vom Fachmann geplant und installiert werden.

Photovoltaik- bzw. Solaranlagen sind für Hauseigentümer auch heute noch eine gute Investition, von der sie mehrfach profitieren. Derzeit liegen die Kosten für eine Solaranlage für ein typisches Einfamilienhaus bei rund 9.000 bis 11.000 Euro. Allerdings kommt es darauf an, welche Komponenten (z.B. Module, Wechselrichter, Kabel etc.) genau verwendet werden. Ein Fachmann sollte hier auf jeden Fall beraten, er kann Interessenten ein maßgeschneidertes Angebot für das Gebäude erstellen.

Hausbesitzer, die sich für eine Photovoltaik-Anlage entscheiden, profitieren langfristig von sinkenden Energiekosten durch Eigenverbrauch und staatliche Zuschüsse, Stichwort: Erneuerbare Energien Gesetz. Aber auch die Installation eines Energiespeichers wird unterstützt: über die KfW Bank wird bei Nachrüstung sowie bei einer gleichzeitigen Installation von PV-Anlage und Energiespeicher ein Zuschuss von 660 Euro pro Kilowatt-Peak Leistung gezahlt.

Funktionsweise einer Photovoltaik-Anlage

Die Module der Photovoltaik-Anlage nutzen die Sonnenenergie, die innerhalb der Solarzellen in Strom umgewandelt wird. Ein Wechselrichter wandelt den vom Modul produzierten Gleichstrom in Wechselstrom um. Da die Anlage an den Hauptstromkreis angeschlossen ist, lässt sich die Energie direkt nutzen.

Die Module selbst haben heute einen deutlich höheren Wirkungsgrad als noch vor einigen Jahren. Dieser liegt bei durchschnittlich 15 bis 18 Prozent, d.h. 15 bis 18 Prozent der zugeführten Energie wird in verwendbaren Strom umgewandelt. Anders als frühere Modulgenerationen produzieren die neuen Solarmodule auch dann weiter Energie, wenn ein Teil der Anlage im Schatten liegt. Bei schlechtem Wetter oder bewölktem Himmel produziert die Anlage weniger Energie, da die Sonnenstrahlen nicht direkt auf die Solarzellen treffen.

Installation von Photovoltaik-Anlagen

Grafik für Photovoltaikanlage

Photovoltaik-Anlagen sollten nur von Fachleuten installiert werden. Auf einem Schrägdach werden die Module mittels Dachhaken und einer Unterkonstruktion angebracht. Anschließend werden die Solarmodule verkabelt und mit dem DC-Freischalter verbunden. Dieser Schalter sorgt dafür, dass die Gleichspannungsleitungen der PV Anlage im Fehler oder Brandfall spannungslos geschaltet werden, um so gefährliche Berührungsspannungen zu vermeiden. Ein Solarmodul liefert Energie, sobald Tageslicht auf die Zellen trifft.

Im nächsten Schritt der Installation werden der Freischalter und der Wechselrichter miteinander verbunden. Bevor die komplett installierte Anlage in Betrieb genommen wird, schließt ein Elektriker sie an das öffentliche Stromnetz an.

Abschließend überprüft der Fachmann noch die korrekte Funktionsweise, erstellt das Inbetriebnahme-Protokoll und gibt die neue Photovoltaik-Anlage frei. Das Protokoll ist vorgeschrieben, wenn der Betreiber der Solaranlage von der Einspeisevergütung profitieren möchte. Je nach Dachgröße lässt sich die Anlage in weniger als einer Woche installieren. 

Energie und Kosten sparen mit einer Photovoltaik-Anlage

Die Investitionskosten einer Photovoltaik-Anlage insgesamt variieren je nach Größe des Dachs und der verwendeten Module. Diese können bis zu 50 Prozent der Kosten für die gesamte Anlage ausmachen. Die Planung und Installation sollte ein Fachmann durchführen, der die einzelnen Komponenten wie Module, Unterbau, Wechselrichter und Verkabelung ideal zusammenstellt. Er berät auch, welche Modul-Technologie (mono- oder polykristallin bzw. CIGS) am besten zum Budget und zum Dach passt, um den größtmöglichen Ertrag der Anlage zu gewährleisten.

Die Lebensdauer der Anlage beträgt durchschnittlich zwischen 20 und 25 Jahre, innerhalb von 8 bis 10 Jahren haben sich die Investitionen amortisiert und die Hauseigentümer profitieren von kostenlosem Strom.

Relativ neu sind Energiespeicher, die zusätzlich zur Anlage installiert werden können. Diese speichern überschüssig produzierte Energie. Sie kann dann bei Bedarf verbraucht werden.

Hausbesitzern können Solaranlagen beispielsweise in Verbindung mit einer Brauchwasser-Wärmepumpe weitere Kosten ersparen. Beide Technologien werden von verschiedenen Stellen (BAFAKfW) mit Krediten oder Zuschüssen (Erneuerbare Energien Gesetz, EEG) begünstigt.

Für wen ist eine Photovoltaik-Anlage geeignet?

Eine Photovoltaik-Anlage eignet sich für alle Hausbesitzer, um unabhängiger von Energieversorgern zu werden. Einschränkungen durch Dachneigung oder -ausrichtung gibt es bei den neuen Modulgenerationen nicht mehr. Allerdings sollten einige Punkte beachtet werden, damit sich die Investition langfristig lohnt.

Eine Übersicht:

Vorteile
  • Wachsende Unabhängigkeit von Energieunternehmen dank Eigenversorgung
  • Anschaffungskosten amortisieren sich je nach Anlage (Größe und Kosten) nach circa 10 bis 12 Jahren, danach ist der Strom kostenlos.
  • Umweltfreundliche Energieproduktion sowie (momentane) Förderung durch die Einspeisevergütung.
Zu Beachten
  • Entwicklung des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG): Die Bundesregierung diskutiert die Leistungen des EEG kontinuierlich. In den letzten Jahren hat es zahlreiche Reduzierungen der Vergütung für die Netzeinspeisung gegeben. Momentan beträgt sie zwischen 9,19 Cent und 13,28 Cent / kWh je nach Größe der Dachanlage. Hausbesitzer sollten sich nach Alternativen umsehen, zum Beispiel können sie die produzierte Solarenergie speichern und selbst verbrauchen.
EXPERTENRAT
Portrait von Stefan Schröder, Elektrotechniker
Stefan SchröderElektroinstallateurmeister & Sachverständiger "Energieeffizientes Bauen"

"Solaranlagen erfreuen sich weiterhin großer Beliebtheit. Seit die Regierung Energiespeicher fördert, werden diese oft als Bestandteil der Anlage angefragt. Allerdings sollten sich Hauseigentümer vom Fachmann beraten lassen, damit sie die für ihr Dach passende Anlage erhalten. Einige Hersteller bieten mittlerweile Komplettpakete mit aufeinander abgestimmten Komponenten an. Diese sind in Qualität und Leistung genauso gut wie eine eigens zusammengestellte Anlage.

Generell kommt es bei Photovoltaik-Anlagen auf eine Planung und Installation vom Fachmann an. Damit ist gewährleistet, dass die Anlage sicher auf dem Dach verschraubt ist und auch bei ungünstigen Witterungen wie Hagel oder Schnee nicht beschädigt wird, sondern weiterhin störungsfrei arbeitet."


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