Energiespeicher: So haben Sie mehr vom eigenen Solarstrom

Energiespeicher für Photovoltaikanlagen werden immer attraktiver. Denn die Preise für Solaranlagen sinken, die Strompreise steigen. Der Eigenverbrauch von selbst erzeugtem Solarstrom lohnt sich somit meist mehr, als den Strom ins Netz einzuspeisen.

Ein Energiespeicher stellt selbst erzeugten Strom flexibel zur Verfügung: Scheint die Sonne, wird Energie für Regentage gespart. Mit einem Energiespeicher lässt sich der Eigenverbrauch des Solarstroms im Laufe eines Jahres deutlich erhöhen. Moderne Anlagen ermöglichen im Idealfall einen Anteil von 60 bis 80 Prozent.

Moderne Anlagen sind dabei in vielen Fällen bereits in Smart Home-Systeme integrierbar, sodass selbst erzeugter Solarstrom optimal genutzt werden kann. 

Für wen lohnt sich ein Energiespeicher?

Wann sich ein Heimspeicher lohnt, hängt unter anderem von der produzierten Strommenge ab, von der Kapazität des Speichers, der Leistung der Solarmodule und davon, wie viel Strom zu welcher Tageszeit verbraucht wird. Viele Aspekte spielen somit für die Wirtschaftlichkeit eine Rolle – ohne eine individuelle Beratung durch den Fachbetrieb können für Hausbesitzer finanzielle Nachteile entstehen.

Angesichts steigender Strompreise und sinkender Einspeisevergütungen lohnt sich der Kauf eines Energiespeichers vor allem bei der Neuinstallation einer Solaranlage. Bei Anlagen, die vor 2011 in Betrieb genommen wurden, empfiehlt sich eine Beratung, ob sich ein Stromspeicher lohnt. 

Wie aufwendig das Nachrüsten eines Energiespeichers für eine Solaranlage ist, hängt vom Gerät ab. So ist zum Beispiel zu prüfen, ob der Speicher mit gängigen Wechselrichtern kompatibel ist.

Was Sie beim Kauf eines Energiespeichers beachten sollten

Speicherkapazität

Der Energiespeicher sollte ausreichend Kapazität haben, um den Strombedarf vom Abend bis zum nächsten Morgen zu decken. Für einen Drei- bis Vier-Personenhaushalt mit einem Jahresstromverbrauch zwischen 3.500 und 4.500 Kilowattstunden ist in der Regel ein Energiespeicher mit einer Größe von 4 bis 8 kWh ausreichend. Zu große oder zu kleine Speicher verursachen unnötige Kosten – bei zu kleinen Speichern muss Strom aus dem Netz zugekauft werden, bei zu großen reduziert sich die Einspeisemenge ins Netz und damit die Vergütung.

Blei- oder Lithium-Ionen-Batterie

Blei-Akkus haben gegenüber moderneren Lithium-Ionen-Batterien Nachteile. Zum einen ist die Entladetiefe eher schlecht; zum anderen haben sie nur eine Lebensdauer von 5 bis 10 Jahren. Bei Li-Ionen-Akkus liegt die Lebensdauer mittlerweile bei deutlich über 10 Jahren. 

Lebensdauer und Ladezyklen

Angaben zu Lebensdauer sowie Lade- und Entladeleistung sollten bei der Wahl des Energiespeichers berücksichtigt werden. Die Lebensdauer von Energiespeichern lässt sich an den Angaben zu den Ladezyklen erkennen. Je öfter Batterien geladen und entladen werden können, desto langlebiger ist der Speicher.

Die Entladetiefe zeigt an, wie viel gespeicherte Energie aus dem Gerät zur Verfügung gestellt werden kann. Die meisten Energiespeicher benötigen Strom für die Restentladung. Gängige Entladetiefen liegen zwischen 50 Prozent bei Blei-Akkus und bis zu 100 Prozent bei Lithium-Ionen-Akkus.

Gleichstrom oder Wechselstrom

Für Energiespeicher stehen AC-gekoppelte Systeme (Wechseltrom) oder DC-gekoppelte Systeme zur Auswahl. Gleichstromsysteme gelten zum Teil als effizienter, Wechselstromsysteme dagegen als flexibler, zum Beispiel um sie mit anderen Systemen wie einer Windkraftanlage zu nutzen.

Intelligente Software

Mit einer effizienten Software des Energiespeichers lässt sich der Eigenverbrauch deutlich erhöhen, da das Ladeverhalten des Speichers optimal gesteuert wird.  

Kosten und Nutzen eines Energiespeichers

Mit einer Photovoltaikanlage und eigenem Energiespeicher kann ein Privathaushalt im Idealfall zwischen 60 und 80 Prozent des Bedarfs aus selbst erzeugtem Strom abdecken. Experten gehen davon aus, dass sich Energiespeicher für den Privathaushalt innerhalb der nächsten Jahre rentieren werden. Um rentabel zu sein, müssen Speicher im Eigenheim die Grenze von 1.000 Euro unterschreiten – bezogen auf nutzbare Speicherkapazität und Endkundenpreise. Aktuell betragen die Kosten für eine komplette Anlage mitsamt Montage zwischen 1.100 und 1.300 Euro pro Kilowattstunde Speicherkapazität. Bereits in den kommenden Jahren könnte dieser Preis auf etwa 800 Euro sinken.

Die Anschaffungskosten für einen Energiespeicher liegen derzeit zwischen rund 5.000 und 30.000 Euro – abhängig von Geräteausstattung, der Speicherkapazität und den eingebauten Akkus. Je nach Hersteller kann der Wechselrichter im Preis inbegriffen sein, teilweise wird der Akku extra berechnet.

TIPP

Für eine komplette Solaranlage samt Energiespeicher können Fördermittel der KfW-Bank beantragt werden. 

Einbau von Energiespeichern – ein Fall für den Fachbetrieb

Wer in ein Batteriesystem für Solarenergie investiert, sollte den Einbau insbesondere von Li-Ionen-Anlagen in jedem Fall von einem Fachbetrieb vornehmen lassen. Denn die Batterien speichern sehr viel Energie auf kleinstem Raum, sodass hohe Sicherheitsstandards beachtet werden müssen.

Mehrere interne Überwachungssysteme garantieren einen optimalen Sicherheitsstandard. Zudem sollte das Batteriesystem nach den UN38.3 Transportvorschriften für Batteriesysteme zertifiziert sein. 

Montage: Der passende Ort für den Energiespeicher

Je nach Modell sollten Li-Ionen Speicher idealerweise an einem kühlen, frostfreien Ort aufgestellt werden. Der Dachboden eignet sich nicht: Gerade im Sommer wird es unter dem Dach sehr heiß, sodass der Energiespeicher im Betrieb überhitzen kann – Brandgefahr!

Moderne Anlagen sind mittlerweile so konzipiert, dass auch der Einbau in der Wohnung platzsparend möglich ist. 

Vorteile
  • Durch Energiespeicher lässt sich der Eigenverbrauch von Solarstrom deutlich erhöhen
  • Moderne Li-Ionen-Batterien haben eine Lebensdauer von deutlich über 10 Jahren
  • Für komplette Anlagen kann eine Förderung durch die KfW-Bank beantragt werden
  • Die Kosten für Energiespeicher sinken kontinuierlich
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA