Brauchwasser-Wärmepumpe

Brauchwasser-Wärmepumpen sind eine kosten- und energieeffiziente Alternative zu anderen Heizquellen. Einfach zu installieren und wartungsarm sind sie eine gute Investition für Hauseigentümer.

Hauseigentümer profitieren von Brauchwasser-Wärmepumpen gleich mehrfach. Die Pumpen entziehen der Raum- oder Abluft Wärme und nutzen diese dazu, Warmwasser zu erzeugen. Dabei sind sie kosteneffizient und wartungsarm – quasi eine separate Heizung für Warmwasser. Im Vergleich zu einer Zentralheizung müssen sie nicht kontinuierlich eingeschaltet sein und sparen so Energiekosten, vor allem in den Sommermonaten.

Ein weiterer Pluspunkt der Brauchwasser-Wärmepumpen: Hausbesitzer, die eine solche Pumpe einsetzen, sind dank der Technologie bereits heute auf die technischen Anforderungen im Hinblick auf Energieeffizienz und -verbrauch sowie Umweltschutz von morgen eingestellt und brauchen sich auch über endliche Energieträger keine Sorgen mehr zu machen. 

Funktionsweise von Brauchwasser-Wärmepumpen

Brauchwasser-Wärmepumpen produzieren Warmwasser, das aus verschiedenen Wärmequellen stammt. Sie nutzen primär Raum- oder Außenluft, um daraus warmes Wasser zu erzeugen. Zwar wird die Umgebungsluft dadurch kälter, aber auch trockener. Ein sekundärer Vorteil der Pumpen ist daher, dass sie der Schimmelbildung entgegenwirkt.

Die Pumpen können außerdem die Abluft von Wäschetrocknern oder Lüftungsanlagen nutzen, um warmes Wasser zu produzieren. Eine ganzjährige Temperatur von 10 Grad bis 12 Grad reicht bereits zum effizienten Betrieb einer Brauchwasser-Wärmepumpe aus.

Die Temperatur des Wassers sollte zwischen 50 und 55 Grad Celsius liegen. Um Legionellen vorzubeugen, wird die Brauchwasser-Wärmepumpe einmal pro Woche auf 60 bis 65 Grad Celsius aufgeheizt. Der zusätzliche Verbrauch für dieses wöchentliche Aufheizen ist deutlich geringer als der Energieverbrauch für eine kontinuierlich höhere Wassertemperatur.

Einbau von Brauchwasser-Wärmepumpen

Grafik zum Brauchwasser in Haushalten

Die Anschaffungskosten einer Brauchwasser-Wärmepumpe variieren je nach Modell und Größe zwischen circa 1.800 Euro und 2.700 Euro und müssen von einem Fachbetrieb installiert werden. Bei der Investition in eine Pumpe sollten Verbraucher darauf achten, dass sie der neusten Technik entspricht und über ein EPHA Gütesiegel verfügt. Die Wärmepumpe sollte genau an die Bedürfnisse des jeweiligen Hausbesitzers angepasst sein. Die Größe des Hauses, die Wärmedämmung, das Heizungssystem und die Heizgewohnheiten der Bewohner spielen dabei ebenso eine Rolle wie die nutzbaren Wärmequellen.

Brauchwasser-Wärmepumpen gibt es mit einem Fassungsvermögen zwischen 300 und 900 Litern. Die Pumpen sind kompakt gebaut und benötigen nur so viel Platz wie eine Kühl-/Gefrierkombination. Zur Installation ist neben dem entsprechenden Platz im Keller oder Abstellraum nur noch ein Stromanschluss notwendig. 

Energie und Kosten sparen mit Brauchwasser-Wärmepumpen

Mit Brauchwasser-Wärmepumpen lassen sich die Energiekosten um fast 1.700 Euro senken. Ein klarer Vorteil: Die Stromkosten lassen sich um 75 Prozent reduzieren, nur rund ein Viertel muss durch Strom kostenpflichtig zugeführt werden.

Die Investitionskosten amortisieren sich innerhalb von sechs bis zehn Jahren je nach Modell. Der Einbau der Pumpe durch den Installateur ist denkbar einfach: Die Pumpe muss auf einem festen Untergrund erschütterungsfrei stehen und wird dann an die Wasserleitungen angeschlossen. Sie zieht die Raum- oder Außenluft nach dem Staubsauger-Prinzip ein, erwärmt die Luft und entsprechend das Wasser in den angeschlossenen Leitungen.

Die Lebensdauer der Anlage beträgt zwischen 15 und 20 Jahren, bei guter Wartung sind aber auch mehr als 25 Jahre möglich.

Für weitere Ersparnisse bei den Energiekosten lassen sich Brauchwasser-Wärmepumpen mit einer Solaranlage kombinieren. Ein Hausbesitzer kann damit seinen Eigenverbrauch an Solarstrom erhöhen und die Brauchwasser-Wärmepumpen mit der Abluft der damit betriebenen Geräte betreiben.

Für wen eignet sich eine Brauchwasser-Wärmepumpe?

Generell eignet sich eine Brauchwasser-Wärmepumpe für Verbraucher, die Energiekosten sparen und gleichzeitig einen Beitrag zum Umweltschutz leisten wollen. Allerdings sollten die Vor- und Nachteile gegeneinander abgewogen werden.

Eine Übersicht:

VORTEILE
  • Platzsparende Aufstellung: Das Gerät hat die Größe einer Kühl-Gefrier-Kombination.
  • Relativ niedrige Anschaffungskosten, da keine zusätzlichen Installationskosten für den Einsatz des Gerätes notwendig sind.
ZU BEACHTEN
  • Durch die Bewegung der Luftmengen entsteht ein Geräuschpegel. Daher sollte die Wärmepumpe nicht in unmittelbarer Nähe der Wohnräume aufgestellt werden.
EXPERTENRAT
Portrait von Stefan Schröder, Elektrotechniker
Stefan SchröderElektroinstallateurmeister & Sachverständiger "Energieeffizientes Bauen"

"Das Funktionsprinzip der Wärmepumpe unterscheidet sich kaum von dem eines Kühlschrankes. So wird bei der Brauchwasser-Wärmepumpe über den Verdampfer die Wärme aus der Umwelt (Raum-, Außen- oder Abluft) entzogen und über den Verflüssiger dem Heizsystem zugeführt. So ist eine Brauchwasser-Wärmepumpe eine Alternative zu Elektroboilern, die einen hohen Energieverbrauch haben, oder zu Fernwärme, die im Sommer Leistungsverluste verzeichnen.

Aufgrund des Geräuschpegels sollten Brauchwasser-Wärmepumpen nicht in der Nähe von Wohnräumen betrieben werden. Insgesamt erzeugen sie durchschnittlich Geräusche von 53 dB (A). Zum Vergleich: Ein Staubsauger liegt bei 70 dB (A).

Da die Pumpe bereits bei einer kontinuierlichen Umgebungstemperatur von 10 Grad bis 12 Grad Warmwasser liefert, ist ein Betrieb im Keller ideal."


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